(Digitale) Psychologische Beratung mit Max Rank

Laut Harvard Business Review ist „Therapie und Companionship“ seit 2025
der meistgenutzte Anwendungsfall generativer KI weltweit — noch vor Code
und Content. Millionen Menschen laden ihre seelische Last bei einem
Chatbot ab, der dafür weder gebaut noch zugelassen ist. Gleichzeitig
warten Betroffene in Deutschland drei bis fünf Monate auf einen
Therapieplatz, und die Honorare für Psychotherapeut*innen geraten unter
Kürzungsdruck.

Max Rank ist Mitgründer und CEO von Aury, einem Berliner Startup, das
KI-gestützte Therapiebegleitung entwickelt — und den Weg zur
Medizinprodukt-Zertifizierung geht. Im Gespräch mit Ingo erklärt er,
warum ein gut geprompteter ChatGPT-Wrapper kein Therapieprodukt ist,
warum Aury stattdessen auf eine Multiagentenarchitektur setzt, und
warum die eigentliche Gefahr freier Chatbots nicht der falsche Rat ist,
sondern die Bestätigung ungesunder Muster.

Es geht um Zugangshürden, die genau die überfordern, die sie überwinden
müssten. Um Stigma, F-Diagnosen und Verbeamtung. Um latente Suizidalität,
die selbst Profis übersehen. Und um die Frage, ob Europas benannte
Stellen überhaupt wissen, wie sie ein LLM im Kern eines Medizinprodukts
prüfen sollen.

Am Ende landen wir beide bei derselben Vision — Hybrid Care, Prävention,
Kontinuität — und bei derselben Diagnose: Es fehlt nicht an Technologie
und nicht an Regulatorik. Es fehlt an Menschen, die den Mut haben,
Verantwortung zu übernehmen.

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